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Interview mit Jörg Allmeroth

Nach meinen Auszeichnungen zum Vereinstrainer des Jahres bat mich der Hessische Tennis Verband noch um ein Interview für die Sommer-Printausgabe der Verbandszeitung „Topspin“. Für das Interview habe ich mich mit dem freien Journalisten und Tennisexperten Jörg Allmeroth getroffen, der auch für unterschiedliche Zeitungen und Internetportale aus der Tennisszene und den Turnieren berichtet.
Das Interview ist nun auch auf dem großen deutschen Tennisnachrichtenportal tennisnet.com erschienen. Wer also keinen Zugang zum HTV-Magazin „Topspin“ hat, kann es hier gerne nachlesen.

http://de.tennisnet.com/a/deutsches-tennis-marco-wiemer-der-vereinstrainer-des-jahres-im-interview-67388

Artikel des TK 11 über die Pfungstädter Ballschule

In der letzten Printausgabe des Verbandsmagazins „Topspin“ des Hessischen Tennisverbandes war ein Artikel des Vorsitzenden des Tenniskreises Darmstadt Karl-Heinz Holst, bei dem ich auch redaktionell mitgewirkt und Input geliefert habe. Es ging um zwei Jugendprojekte im Tenniskreis, die vorgestellt wurden. Eines davon die Pfungstädter Ballschule.

Den Artikel habe ich in meinem scribd-Account abgelegt. Sorry für den etwas unsauberen Scan.

Habe ich eine Philosophie?? Und wann macht Tennis Spaß?

Ich bin ja immer wieder auf der Suche nach Anregungen und neuen Quellen für mein Tennistraining (Konzepte, Übungssammlungen, Trainingsbeispiele). Beim DTB habe ich mir nun drei DVD´s der A-Trainer-Fortbildungen gekauft. Für insgesamt 26,00€ eine lohnende Investition. Es wird sicher noch einige Zeit dauern, bis ich alle Videos durchgeschaut habe.

Eine interessante Präsentation war der Vortrag von Marc-Kevin Göllner 2011 mit dem Titel „Retrospektive eines Weltklassespielers“. MKG betreibt jetzt eine Akademie in Köln und hat einige seiner Übungen vorgestellt. Er hat einige Grundsätze seines Trainings genannt, wie

  • „so wenig Side-Steps wie möglich, so viel wie nötig“ (Kreuzschritte sind wichtiger!)
  • beidhändige Rückhand mit offener Schlagstellung trainieren
  • alle drei Aufschlagarten (Brett, Kick, Slice) mit dem gleichen Ballwurf durchführen
  • Aufschlag ist Bestandteil jeder Trainingseinheit
  • der Griff beim Aufschlag ist egal, wenn das Handgelenk flexibel ist

Dabei sprach er auch von Philosophie, was mich zu der Überlegung brachte:

„Habe ich auch eine Trainingsphilosophie?“

Sicher habe ich einige Dinge, auf die ich besonders achte. Ich unterscheide zwischen normalem Gruppen- und Mannschaftstraining,meine Stunden haben i.d.R. immer ein Schwerpunktthema, beinhalten Erwerb- / Anwendung- und bestenfalls auch Ergänzungstraining und koordinative Elemente und ich versuche Inhalte entsprechend der Saison (Sommer oder Winter) und auch Schüler (Mannschafts-/Turnierspieler vs. Nicht-Mannschaftsspieler) zu periodisieren. Insbesondere meine B-Trainerausbildung und die Ballschul-Ausbildung haben mich nochmal beeinflusst. Ich achte mehr auf frühes Ausholen, die Ballbeobachtung meiner Schüler und einen erkennbaren Beschleunigungspunkt. Bei Kindern trainiere ich noch spielerischer, differenzierter und alters- und entwicklungsgerechter mit verschiedenen Vermittlungsmethoden (die ich bewusster versuche einzusetzen).

Insgesamt ist es aber für mich schwierig zu sagen, was ist hier Philosophie (und somit vielleicht auch ein bißchen individuell) und was ist eigentlich „Standard“. Ich habe mir jedenfalls vorgenommen, meine Philosophie in Form von Grundsätzen meines Tennistrainings einmal niederzuschreiben und somit auch meine Hompepage um eine weitere Kategorie auszubauen. Zunächst einmal habe ich mir nochmal mein Profil auf unserer Vereinswebseite angeschaut und bei anderen Tennisschulen nach deren Philosphie recherchiert. Man liest eigentlich immer wieder einen Leitsatz wie „Tennis soll Spaß machen“ oder „Spaß am Tennis vermitteln“. Doch wann hat man denn überhaupt Spaß beim Tennis. Dabei gibt es für mich einen Unterschied aus Schülersicht und Trainersicht, die man beide zusammenbringen muss. Dies war auch Thema im B-Trainer-Lehrgang. Ziele/Erwartungen eines Tennisschülers erfragen und gemeinsam definieren. Das gilt natürlich vorrangig im Erwachsenenbereich.

Aber zurück zur Frage: Wann macht Tennis Spaß?

Aus Sicht des Schülers macht Tennis Spaß, wenn das Training die Erwartungen des Schülers erfüllt und dessen (bestenfalls gemeinsam mit dem Trainer bestimmten) Ziele verfolgt.

=> Daraus ergibt sich, dass ich ein möglichst vielfältiges Angebot für verschiedene Zielgruppen anbiete (Ballschule für Vorschulkinder, kindgerechtes Training nach der play&Stay-Methode, breitensportlich orientiertes Erwachsenentrainig, Mannschaftstraining, Förderung ambitionierter Jugendlicher).

Aus meiner Trainersicht macht Tennis dann Spaß, wenn man

  • eine saubere Technik besitzt
  • taktisches Verständnis und Spielwitz hat
  • entsprechende motorische und koordinative Grundlagen vorhanden sind (die man vor allem bei Kindern fördern kann/muss)
  • konditionelle Fähigkeiten gegeben sind (Kondition ist ein leistungslimitierender Faktor)
  • mental stark ist (im Wettkampfsport)

=> Diese für das Tennisspiel relevanten Faktoren versuche ich in meinen Trainingsstunden zu berücksichtigen, zu vermitteln und zu fördern – entsprechend der Zielgruppe und in Absprache mit dem Schüler.

Die zweite Frage, die ich mir gestellt habe, war:

Was sind die Punkte, auf die ich besonders wert lege und wo kann ich noch etwas verbessern?

Was ich schon mache, habe ich oben ja teilweise schon genannt

  • Anfänger sollen schnell selbst spielen können (auch ohne Trainer)
  • Unterscheidung der Inhalte von Gruppen- und Mannschaftstraining
  • Unterscheidung Sommer-/Wintertraining
  • Schwerpunktsetzung in einer Trainingseinheit
  • Erwerb- und Anwendungstraining
  • spielorientiert trainieren
  • Ergänzungstraining, Schulung von Koordination/Kondition (schwierig wenn man nur eine Stunde pro Woche hat)

Auf welche Trainingsinhalte achte ich dabei besonders:

  • offene Schlagstellung bevorzugen (auch beidhändige RH)
  • Rückhand beidhändig mit Griffwechsel
  • Aufschlag frühzeitig mit richtigen Griff erlernen
  • Bewegungsmuster schulen (bewusster Einsatz von Stemmbein, Bewusstsein für Beschleunigungspunkt, Stehen beim Schlag, Richtungswechsel)
  • Arbeit mit Zielfeldern (Taktik, Winkelspiel)
  • hohe Flugkurve (Topspin, Vermeidung von Fehlern)

Was kann ich zukünftig noch besser machen?

  • Bewegungsmuster erweitern, mehr achten auf Split-Step und Kreuzschritte. Von Anfang an.
  • höherer Anteil von Aufschlag-/Returntraining (mehr als die Hälfte aller Punkte sind nach 4 Schlägen vorbei)
  • noch mehr Übungen zu Motorik und Koordination
  • bewusst und somit gezielt unterschiedliche Vermittlungsmethoden anwenden
  • erfragen von Zielen, Wünschen, Erwartungen der Schüler
  • offener, ausführlicher Kommunizieren, warum ich welche Übung durchführe (ggf. auch gegenüber Eltern)

 

Gastbeiträge erwünscht

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